Artikel aus “Il Manifesto”; Fr.7. August 2009, S.7 von Manuela Cartosio

„Innse; es gibt einen Kaeufer, doch die rechte Riege tut als intressiere dies einfach nicht

Es gab einen Gegenschlag, doch die fuenf “gruisti” [*eben diese 5 Arbeiter, die seit Dienstag auf einem Kran innerhalb der Fabrik die Stellung halten] blieben auch gestern abend noch auf der Kranbruecke. Die Preffettur hingegen laesst diese eben da auch gemuetlich sitzen und ausharren, gestern fuer die 3. Nacht in Folge. Es gibt einen Kaeufer fuer die Fabrik in Lambrate [*das Viertel im Nord- Osten Milanos, gezeichnet durch starke industrielle Vorgeschichte; heute: radikaler Umbruch]. Man kennt den Namen nicht, man weiss nur, dass er der Beseitzer eines anderen italienischen Betriebes sein soll.

Es ging vorwaerts gestern Morgen mit Aedes, der Eigentuemer Immobiliengesellschaft. Aedes ueberstellte einen Brief an die betreffenden Institutionen. Region, Provinz, und Kommune, alle regiert von der Rechten, reagierten alle zu Beginn relativ ruhig und gezaehmt, auch unter einer gewissen Angst, gaben sie alle den Ball der Entscheidung weiter an die Prefettur [die sog. Preffetur, sind Einheiten in den Gemeinden, welche dem Innenministerium unterstehen und quasi eine exekutive Gewalt der Kommunen darstellen. Ihnen unterstehen also Polizisten, Carabinieris, sowie die Digos] von Milano. Es ist nun eben diese, die entscheidet zwischen den Rechten und dem Umgang mit den Maschienen und den Interessen des Besitzers Silviano Genta und der Option eines neuen Kaeufers. Man hoffte zumindest, dass die Preffetur sich umgehend mit diesem Fall befasse und bis Ende August alles zumindest beruhigt und fuer den Sommer das Thema der Abmontasge der Maschienen kein Thema sein wird. Auch um die Pause zu nutzen um die neuen Fakten zu evaluieren. Die Prefettur hingegen haellt hinter dem Berg mit einer Entscheidung, waehrend die 5 Abeiter von oben deutlich machen” Von hier bewegen wir uns nicht weg!” Von dem Ort des Geschehens aus, in der via Rubattino appellierte und intervenierte ebenso staendig der Sekretaer der Gewerkschaft FIOM Gianni Rinaldini an die entsprechenden Institutionen. Ermahnend und immer wieder darauf draengend, dass es eine Firma gaebe, die bereit sei, den Betrieb, mit samt der Hallen und Maschienen zu erwerben, sowie die Sicherstellung der 49 Arbeitsplaetze gewaehrleisten zu koennen. “Man kann dieses neue Faktum nicht einfach ignorieren. Die Stille der Institutionen verraet die Schuldhaftigkeit.”. Eine Stille, die sofort zerbrach nachdem der Praesident der Provinzverwaltung Guido Podesta dieses Angebot, als “sehr grosszuegig und schlecht adressiert” liquidierte. Auch der Anwalt von Silvano Genta tat dieses auch nur mit der Behauptung “der uebliche film, den man schon sah” ab. Eine eiskalte Dusche fuer diejenigen, die meinten eine Loesung stehe ins Haus. Sowie ein Tag unter einem guten Stern begann, endete er in einem Klima der Desillusion und unguten Befuerchtungen.

Dennoch, die 49 ArbeiterInnen haben einiges deutlich gemacht. Mit ihrem Kampf demonstrierten sie, dass es ihnen um Ihre Arbeit, um ihre Fabrik geht. Der erste Stimmungsumschwung kam mit dem Auftreten von Gianni Rinaldini gegen 13 Uhr in der via Rubattino, auf. Das nazionale Saekretariat der FIOM sprach staendig von “einer Situation, in der sich was tut, und in den naechsten Stunden sind positive Entwicklungen abzusehen.”. Und dann oeffnete sich fuer ihn, begleitet von einem Arzt das Werkstor der Innse. Auch dies ein postivier Wandel im Verlgeich zum Vortag, als die Polizei den Zuguang von Gewerkschaft in die Fabrikhalle verweigerte. Eine halbe Stunde spaeter, wieder zurueckgekehrt von den Gespraechen mit den 5 Arbeitern auf dem Kran, gab es eigentlich keine grossen Neuigkeiten.“ Sagen wir es so: die Situation hat einen gewissen Punkt erreicht”. Er ueberbrachte das Dankeschoen der “gruisti” raus an all diejenigen, die vor dem Werkstor staendig Stellung halten und kaempfen. Wie geht es Ihnen? “Wisst ihr, sie sind jung in den Beinen” scherzte man ein wenig in Anbetracht des Alters eben dieser 5 “gruisti”. Zufrieden, das gute Neuigkeiten in Aussicht stehen, meinten sie “wir werden das auswerten”. Werden sie runterkommen? “Nur in dem Fall, dass von der Prefettur die Ordnungsweisung zum Abbruch des Abbaus des Maschienen erfolgt.”

Um 4 Uhr dann die neue Nachricht, kommuniziert ueber Rinaldini: “ Es gibt einen neuen Brief, welcher eine Interessenserklaerung eines Kaeufers fuer die Innse enthaelt.” Dieser wurde abgezeichnet durch Aedes, Besitzer des Grundstueckes, sowie von allen beteiligten Institutionen (Provinz; Region und Kommune). Der Name der interessierten Gesellschaft bleibt top secret. Es ist unnuetzlich dies von dem Sekretaer der FIOM erfahren zu wollen, er wuerde es nicht sagen. Rinaldini gibt an, dass diese Gesellschaft, sowohl den Maschienen uebernehmen will, als auch fuer die Erhaltung der 49 Arbeitsplatze einzustehen, welche von Genta abgeschafft wurden. Selbstverstaendlich findet waerend dessen auch ein Treffen, aller beteiligten Institutionen zur Auswertung dieses Briefes statt, an welchem die Gewerkschaft nicht teilnimmt. Aber die Institution gegen die Rianldini schiesst ist die oertliche Prefettur: von dort erfolgt die Ordnungsanweisung die Polizeikraefte zurueckzuziehen, welche seit dem 2. August den Zugang zur Innse blockieren um die sieben Maschienen, von Genta zu verkaufen fuer zweieinhalb Millionen Euro, zu sichern. “Es braucht Zeit um zu verhandeln, und das Angebot des Kaufinteressenten auszuwerten. Und der Handel wird nur laufen, wenn die Arbeiter sich dieses Handels in Sicherheit wiegen.

Draussen bleibt die Stimmung gut. Allerdings gedaempft, die Situation abwaegend. Niemand wagt es so richtig zu feiern, auch nicht mit Mineralwasser. Mit dem Lauf der Zeit verpufft die Hoffnung, dass die fuenf “gruisti” zum Abendessen herunterkommen werden. Sie werden wohl wieder oben schlafen werden.“

  1. Uebersetzung bassrandale [zurück]